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GeoBridge-Hilfe · GeoShape — Vektor

Vektorgeometrien importieren (GeoShape)

Was importiert wird

GeoShape importiert Vektor-Geodaten — Linien-, Polygon-, Punkt-Features mit Sachdaten — als Revit-Linien, gefüllte Bereiche oder Familieninstanzen. Typische Quelldaten: ALKIS-Liegenschaftsgrenzen, Flurstücke, Hausnummern, Straßenachsen, Nutzungsflächen.

Akzeptierte Quellformate

  • GeoJSON (.geojson, .json) nach RFC 7946 oder mit eigenem CRS in crs.properties.name.
  • ESRI Shapefile (.shp mit zugehörigen .dbf, .shx, optional .prj).
  • KML / KMZ (.kml, .kmz) — Google-Earth- und Geoportal-Export; KMZ wird automatisch entpackt.
  • CSV (.csv) — in zwei Spielarten: mit einer WKT-Geometriespalte (POINT, LINESTRING, POLYGON und Multi-Varianten) oder mit reinen Koordinatenspalten (Rechts-/Hochwert bzw. East/North).
  • GeoPackage (.gpkg) — OGC-GeoPackage 1.3 (SQLite-basiert); liest die Feature-Layer samt Sachdatentabellen. (Pro)

Aufbau einer typischen Datei

GeoJSON ist eine Textdatei mit einem FeatureCollection-Wurzelelement; jedes Feature trägt eine geometry (Polygon, LineString, Point oder ihre Multi-Varianten) und properties (beliebige Sachdaten als Key/Value).

Shapefile ist ein Mehrdatei-Format. Pflicht-Begleitdateien je Layer:

  • .shp — die Geometrien
  • .dbf — die Sachdaten (dBASE-Tabelle, Windows-1252-kodiert bei ALKIS)
  • .shx — Index für schnelles Lesen
  • .prj(optional aber empfohlen) das Koordinatenreferenzsystem als WKT-Text

KML/KMZ trägt die Geometrie in <Placemark>-Elementen, Sachdaten in <ExtendedData> oder der Beschreibung. KMZ ist ein gezipptes KML und wird vor dem Lesen automatisch entpackt; KML liegt grundsätzlich in WGS84 (Längen-/Breitengrad).

CSV wird über die Kopfzeile erkannt: entweder eine Spalte mit WKT-Geometrie (z. B. WKT / geometry) oder zwei Koordinatenspalten (Rechts-/Hochwert bzw. East/North). Alle übrigen Spalten werden als Sachdaten übernommen.

GeoPackage ist eine SQLite-Datenbank mit einer oder mehreren Feature-Tabellen; GeoBridge liest die Geometrien (WKB) und die Attributspalten direkt aus den Tabellen. (Pro-Funktion — in Free am Dateifilter blockiert.)

Aus den Quelldateien werden gelesen: alle Geometrien (2D oder mit Z-Werten), alle Sachdaten-Spalten der .dbf-Tabelle, und das CRS aus .prj bzw. crs.properties.name. Die Sachdaten werden auf gleichnamige Shared-Parameter im Revit-Projekt gemappt — die ALKIS-Spalten erscheinen also direkt in der Tabellen-Ansicht der importierten Elemente.

Zwei Modi: Detail oder Modell

Der GeoShape-Dialog fragt zu Beginn, in welchem Stil die Geometrie erzeugt werden soll:

Detailmodus (Plan-Layout)

Geometrien werden als Detail-Linien und gefüllte Bereiche in der aktiven Ansicht angelegt. Sie liegen rein 2D, eignen sich für Pläne und Layouts, und folgen dem Plot-Layout der Ansicht (Linientyp, Linienstärke, Schraffur).

  • Linien-Features → DetailLines mit zugewiesenem LineStyle.
  • Polygon-Features → FilledRegions mit zugewiesener Schraffur.
  • Punkt-Features → optional Familieninstanzen einer 2D-Annotation-Familie.

Modellmodus (3D)

Geometrien werden als Modell-Linien und Familieninstanzen im 3D-Raum angelegt. Sie sind sichtbar in allen Ansichten, lassen sich messen und verbinden.

  • Linien-Features → ModelLines.
  • Polygon-Features → ModelLines (Umriss) — Polygon-Flächen 3D sind in Revit nicht direkt darstellbar, hier wird der Umriss gezeichnet.
  • Punkt-Features → Familieninstanzen einer 3D-Familie.

Die Wahl Detail/Modell ist pro Import frei; ein Layout-Plan kann beide Stile parallel enthalten (Flurstücke 2D im Detailmodus + Bäume 3D im Modellmodus aus separaten Imports).

Workflow

  1. Vorbereitung — Vektordatei aus ALKIS-Bezugsquelle, OSM-Export oder GIS-Export.
  2. Klick auf „GeoShape" im Ribbon.
  3. Datei wählen.
  4. Georeferenzierung-Dialog — siehe Vor dem ersten Import. GeoShape kann fremde CRS auf Wunsch reprojizieren.
  5. Polygonfilter (optional) — wie bei CityGML und DGM lässt sich der Import auf einen Bereich zuschneiden: kein Polygon (Standard), Bounding-Box, Revit-Modellkurve, Linienstil oder GeoJSON-Datei. Siehe Polygonfilter festlegen.
  6. Modus wählen — Detail oder Modell.
  7. Mapping — pro Feature-Klasse (Layer, Geometrie-Typ) wird ein LineStyle oder eine Familie zugewiesen. Sachdaten werden auf Shared-Parameter gemappt.
  8. Ergebnis — Geometrien angelegt; TaskDialog mit Feature-Zählern.

ALKIS-Hausnummern (Pro, Ribbon-Button „HK-Adressen")

Eine vorbereitete Variante speziell für AdV-Hauskoordinaten (HK) gibt es als eigenen Ribbon-Button HK-Adressen. Sie nimmt eine HK-Datei nach dem AdV-Datenformat HK-DE V5.2 entgegen und legt jede Hausnummer als 3D-Familieninstanz mit aufrechtstehendem Adresslabel ins Modell.

Erwartete Quellen: AdV-konforme Hauskoordinaten aus den Bundesland-Geoportalen, üblicherweise als CSV/TXT-Liste mit den Spalten OI, KAN, RW, HW (UTM-East/North in Zone 32 oder 33), STN (Straßenname), HNR (Hausnummer) und Zusätzen nach AdV-Datenformatbeschreibung.

Free hat diesen Button deaktiviert.

ALKIS-Flurstücke (Pro, neu in 0.20)

Bei einem GeoShape-Import einer ALKIS-Flurstücks-Datei (Shapefile aus dem Bundesland-Geoportal — derzeit getestet mit Thüringen) erkennt GeoBridge die kanonischen Flurstücks-Felder automatisch und verteilt sie auf vier Shared Parameters: GSPB_FlurstueckZaehler (Zähler vor dem Bruchstrich), GSPB_FlurstueckNenner (Nenner danach, bei Brüchen wie 283/3), GSPB_FlurstueckKennzeichen (das vollständige amtliche Kennzeichen) und GSPB_Gemarkung (Gemarkungsname).

Die Felder sind je Bundesland anders benannt (Thüringen: flstnrzae / flstnrnen / flstkennz / gemarkung; Sachsen: zaehler / nenner / flurstueckskennzeichen / gemarkungsbezeichnung); GeoBridge führt eine Alias-Tabelle und mappt automatisch.

In Pro wird zusätzlich pro Flurstücks-Polygon eine Annotation-Familieninstanz (GSPB_FlurstLabel) am Centroid platziert, die Zähler und Nenner sichtbar im Plan zeigt (z. B. 283/3 oder bei leerem Nenner einfach 283). Die Familie ist mitausgeliefert und wird bei Bedarf automatisch in das Projekt geladen.

Filter / Schedules in Revit greifen auf die vier Shared Parameters zurück — Flurstücke nach Gemarkung filtern oder eine Liste aller Kennzeichen herausziehen ist dann Standard-Revit-Funktionalität.

Export (Pro, Ribbon-Button „GeoShape Export")

Umkehrung des Import-Pfads: sichtbare Detail-Elemente der aktiven Grundriss-Ansicht werden in ein Vektorformat geschrieben — für Round-Trips mit Partnerfirmen und die direkte Anzeige in GIS-Viewern (QGIS, ArcGIS, Mapbox). Als Zielformat stehen GeoJSON, KML, ESRI Shapefile und GeoPackage zur Wahl; das Format wird über die Dateiendung im Speichern-Dialog bestimmt.

Was exportiert wird

Revit-Element Geometrietyp
DetailLine / DetailArc / DetailEllipse / DetailNurbSpline LineString (Bögen/Splines werden zu Segmenten tesseliert)
FilledRegion (einfach) Polygon mit einem Ring
FilledRegion mit Loch (Donut) Polygon mit Outer + n Inner-Ringen — die Donut-Topologie bleibt erhalten und QGIS/ArcGIS zeigen das Loch transparent
Familieninstanz (Punkt) Point
Familieninstanz (Linien-basiert) LineString

Modell-Elemente (ModelLine, 3D-Familien), verlinkte Modelle und Adaptive Components werden bewusst übersprungen. Wer 3D-Geometrie exportieren will, nimmt IFC.

Vorbedingungen

  • Projekt ist georeferenziert (Survey Point gesetzt — sonst gibt's keinen Anker für die Inverse-Transformation).
  • Aktive Ansicht ist eine Grundriss-Ansicht (ViewPlan). Schnitte und 3D-Views sind ausgeschlossen.

Ablauf

  1. Ribbon-Klick „GeoShape Export".
  2. Speichern-unter-Dialog — Default-Dateiname aus dem Ansichtsnamen; das Zielformat (GeoJSON/KML/Shapefile/GeoPackage) ergibt sich aus der gewählten Dateiendung.
  3. Optionen-Dialog:
    • Ziel-CRS: Projekt-CRS (Default, identisch zur Import-Seite — round-trip-kompatibel) / WGS84 (Längen-/Breitengrad, RFC-7946-Standard, geht in jedem GIS-Viewer auf) / Anderes EPSG (UTM-Zone, läuft als Round-Trip via WGS84 als Intermediate).
    • Z-Wert (optional): konstanter Z-Wert für alle Features (Meter). Leer = 2D-Export.
    • Auf Ansichts-Zuschneiderahmen begrenzen (optional): wenn die Ansicht einen aktiven Crop-Rahmen hat, werden nur Elemente exportiert, deren Schwerpunkt innerhalb des Crops liegt — funktioniert auch mit nicht-rechteckigen Polygon-Crops.
  4. Erfolgs-Summary — Feature-Zähler pro Geometrietyp + Skip-Zähler (ohne Standort / entartet / außerhalb Crop).

Hinweise

  • Properties: mitgeschrieben werden name (Type-spezifisch — FilledRegionType-Name / LineStyle-Name / FamilySymbol-Name), category (englischer BuiltInCategory-Name), mark, comments und gegebenenfalls die GeoBridge-Import-IDs für Round-Trip-Erkennung.
  • Reine Read-Operation: kein Schreibzugriff auf das Projekt, keine Transaktion — der Export ist nicht-destruktiv und kann jederzeit angestoßen werden.
  • Progress-Dialog wird ab 1.000 Detail-Elementen automatisch eingeblendet; Cancel bricht sauber ab ohne Teil-Datei.
  • Donut-Polygone: die Innen-Ringe (Löcher) bleiben in der GeoJSON-Datei als zusätzliche LinearRings unter coordinates erhalten; RFC 7946 schreibt Outer CCW und Holes CW, das setzen wir beim Schreiben deterministisch durch.

Free hat diesen Button deaktiviert.

Pro vs. Free für GeoShape

Feature Free Pro
GeoJSON-Import
Shapefile-Import
KML/KMZ-Import
CSV-Import
GeoPackage-Import
Detailmodus
Modellmodus
Sachdaten als Shared-Parameter
CRS-Reprojektion
HK-Adressen-Familieninstanzen
Flurstücks-Beschriftung
Drift-Erkennung beim Re-Import
Export (GeoJSON/KML/Shapefile/GeoPackage)

Hinweise

  • GeoJSON-CRS-Konvention: RFC 7946 schreibt WGS84 (Lon/Lat) vor, deutsche Geoportal-Exporte schreiben oft trotzdem das Arbeits-CRS (üblich UTM-32). GeoShape liest die crs.properties.name-Angabe wenn vorhanden, ansonsten wird das Quell-CRS abgefragt.
  • Shapefile-Encoding: ALKIS-Shapefiles tragen die Sachdaten in .dbf-Tabellen mit Windows-1252-Kodierung. GeoShape liest das automatisch — Umlaute und Sonderzeichen kommen korrekt rein.
  • Multipatch (3D-Mesh-Shapefile): wird derzeit nicht unterstützt. Bei konkretem Anwendungsfall auf Anfrage.
  • Doppelte Boundaries in ALKIS-Polygon-Layern: angrenzende Flurstücke teilen sich in vielen ALKIS-Exporten ihre Grenze als zwei separate Linienzüge. GeoShape erkennt dies und entfernt das Duplikat, damit Polygon-Picker und Re-Import-Verhalten konsistent funktionieren.